Dampfen Magazin

Rauchen? Nein, dampfe.

Jeder kennt ihn. Neben dem unverwechselbaren Hanfblatt mit seinen zackigen Fingern gibt es wohl kein Symbol, das so charakteristisch für den Konsum von Cannabis steht wie der Joint. Jene lange selbst gerollte Zigarette, die die nähere Umgebung in eine Mischung aus dichtem Dunst und süßlichem Geruch einnebelt. Für viele steht fest: Marihuana oder Haschisch werden geraucht. Wenn nicht in eine Tüte gerollt, dann werden sie zumindest in einer Glaspfeife, Bong oder anderweitig verbrannt. Dabei gibt es Konsumformen, die wesentlich angenehmer sind. Den Vaporizer zum Beispiel.

Natürlich kommt es nicht von ungefähr, dass zum Bild des klischeehaften Kiffers immer noch die dicke, meist etwas unförmig gerollte Tüte im Mundwinkel gehört. Schließlich ist keine Konsumform unkomplizierter. Klar, am Anfang verzweifelt man regelmäßig bei den ersten Versuchen, das wertvolle Grün auf adäquate Art und Weise rissfrei in dem dünnen Papier einzuwickeln – aber irgendwann gelingt es auch dem größten Grobmotoriker, ganz routiniert innerhalb kürzester Zeit eine ansehnliche und – vor allem – rauchbare Sportzigarette zu zwirbeln. Dann fehlt eigentlich nur noch ein Feuerzeug und, schwups, burn baby burn.

Ungesunder Rauch und tückisches Nikotin

„Burn“- genau da fängt aber auch schon das Problem an. Jeder vernünftige Mensch weiß mittlerweile, dass die Inhalation von verbranntem Pflanzenmaterial einer intakten Gesundheit nicht zuträglich ist. Denn neben den Wirkstoffen, die den erwünschten Effekt auslösen, werden auch diverse Schadstoffe freigesetzt, die bei langfristigem regelmäßigen Konsum die Lunge aus der geregelten Bahn werfen können. Und trotzdem – es ist immer noch sehr beliebt, sein Kraut in Rauch aufgehen zu lassen. In sehr vielen Fällen wird dem Produkt auch noch Tabak hinzu gemischt, was nicht nur das einzigartige Aroma der jeweiligen Krautsorte stark verfälschen kann, sondern bei entsprechender Regelmäßigkeit schnell zur ungewollten Nikotinabhängigkeit führt. Wer also als eigentlicher Nichtraucher sein Produkt ausschließlich als Tabakmische raucht, der braucht sich nicht zu wundern, wenn das Hirn plötzlich rebelliert und man oft nur konsumiert, um den Crave nach Nikotin zu verhindern. Dies kann schnell zu bedenklichen Konsummustern führen, die auch dem Konsumenten selbst den Spaß an der Sache nehmen können.

Wer seine spezielle Zigarette ohne Tabak genießt, der wird diesen Suchtdruck wesentlich seltener verspüren, aber man setzt sich natürlich auch hierbei gesundheitlichen Gefahren aus, denn auch hier entstehen ungesunde Schadstoffe. Eine mögliche Alternative wäre hier der orale Konsum, bei dem zuvor die Wirkstoffe in fetthaltigen Substanzen (wie zum Beispiel Butter oder Öle) gelöst werden, um sie anschließend als Zutat von ess- oder trinkbaren Nahrungsmitteln weiter zu verarbeiten. Wer allerdings bereits speziell zubereitete Cannabis-Speisen zu sich genommen hat, der weiß genau, dass die anschließend einsetzende Wirkung definitiv ihre Tücken hat. Sie tritt stark zeitverzögert ein – es kann also durchaus vorkommen, dass nach über einer Stunde noch nicht viel zu spüren ist und der Konsument somit dem Irrglauben verfällt, die Dosierung sei zu gering. Wenn er jetzt nachlegt, bevor die Wirkung der ersten Dosis ihr volles Spektrum erreicht hat, dann ist die Gefahr einer zu hohen Dosis inklusive unerwünschter Nebenwirkungen durchaus gegeben. Der orale Konsum ist also aus gesundheitlicher Sicht unbedenklich, scheidet für viele aber aufgrund der Verzögerung des Wirkungseintritts und der schwierigen Dosierung aus.

Gibt es also eine Alternative, wenn man die Vorteile von inhaliertem Cannabis genießen, gleichzeitig aber die Aufnahme von Schadstoffen möglichst minimieren möchte?

Ganz klar, das Verdampfen! Bei der optimalen Temperatur lösen sich hier die Wirkstoffe aus dem Produkt, ohne dass dabei etwas verbrennt. Der Konsument kann also ohne Bedenken den Dampf inhalieren und die volle Bandbreite an Aromen und Effekten genießen. Und diese Bandbreite hat es in sich. Erst bei der Nutzung eines Vaporizers lassen sich die immensen Unterschiede in Aroma und Geschmack der unzähligen Cannabis-Strains erkennen. Wer also während seines Amsterdam-Trips hochwertiges Lemon Haze verdampft, der wird einen intensiven Geschmack mit deutlicher Zitrusnote genießen können. Würde er das Kraut rauchen, wäre die Intensität wesentlich geringer und das Geschmackserlebnis ein anderes. Erst recht, wenn hier wie üblich mit Tabak gestreckt wird. Doch nicht nur gesundheitliche Aspekte und der bessere Geschmack sprechen für das Verdampfen als optimale Konsumform von Cannabis. Durch die Möglichkeit, sein Produkt bei verschiedenen Temperaturen zu verdampfen, lässt sich dessen Wirkung perfekt an die Bedürfnisse des Konsumenten anpassen. Bei niedrigen Temperaturen (180-190°C) dominiert ein kopflastiges High – dreht man den Regler weiter nach oben (ab 200°C) entsteht ein intensiverer körperlicher Effekt.

Hol alles raus aus deinem Kraut dank Vaporizer

Ein weiteres Argument für das Verdampfen ist die hohe Effizienz – man kann nahezu alles aus seinem Produkt herausholen. Wird eine einzelne Dosis geraucht, dann ist sie unbrauchbar geworden und ist als Asche von anderen verbrannten Materialien nur noch sehr schwer zu unterscheiden. Anders bei der Nutzung eines Vaporizers. Hier werden bei einmaligem Gebrauch noch lange nicht alle Wirkstoffe aus dem Produkt gelöst. Mehrere Dampfsessions auf Basis der ein und derselben Dosis sind durchaus möglich und das Geschmackserlebnis bleibt hierbei bestehen. Aber auch wenn das Aroma nach einigen Durchgängen nicht mehr allzu intensiv und angenehm ist – es ist noch lange nicht an der Zeit, das verdampfte Produkt zu entsorgen. Nach dem Konsum durch den Verdampfer hat das Kraut sich bräunlich verfärbt, aber es ist (bei korrekten Temperatureinstellung) nicht verbrannt und keine Asche ist entstanden. Trotz intensiven Dampfens bleibt im Pflanzenmaterial ein Teil der Wirkstoffe enthalten, sodass man daraus sogar noch Grasbutter o.ä. herstellen kann, um essbare Cannabis-Produkte zuzubereiten. Man kann also daraus schließen: wer sein Cannabis verdampft, holt nahezu alles aus seinem Kraut raus und sogar das bereits verwendete Endprodukt lässt sich noch verwerten. In Anbetracht dessen grenzt das einmalige Verbrennen des wertvollen Krauts per Joint oder Pfeife doch schon fast an Verschwendung, oder?

 

2 Kommentare

  1. Echt toll zusammengefasst. Ich denke der Trend geht derzeit stark in Richtung Vaporizer. Wie du ja sagst, ist es einfach die beste und gesündeste Option Cannabis zu konsumieren.

    Was ich jedoch leider immer wieder lese auf Twitter ist, dass Vaporizer “schwul” oder uncool sind. Haachhh…. Meist sind dies junge Menschen, die ohnehin noch kein Cannabis konsumieren sollten.

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