Hanf Magazin Nutzpflanze

Gesunder Proteinlieferant: Der Hanfsamen

Hanfsamen sind in Deutschland frei verkäuflich. Vorausgesetzt sie stammen aus industrieller Herstellung auf Nutzhanf-Feldern und sind dementsprechend nicht dazu geeignet, THC-haltige Cannabisprodukte zu produzieren. Aber auch die Aussaat solcher Samen ist verboten. Doch lassen wir die irrwitzige Rechtslage mal außer Acht und schauen uns an, warum Hanfsamen auch dann nützlich sind, wenn sie nicht gerade eingepflanzt werden.

Willkommener Eiweißlieferant

Die Samen der Hanfpflanze sind Nussfrüchte sehr geringer Größe (ca. 3-5 Millimeter) und werden dementsprechend auch als Hanfnüsse bezeichnet. Bei der Produktion potenter weiblicher Blüten sind sie ungebetene Gäste, da sie keinerlei THC enthalten und so den Wirkstoffgehalt des Endprodukts negativ beeinflussen können. Hier ist das Ziel Sinsemilla (span. sin semilla → ohne Samen). Die Körner können dennoch auch gezielt produziert werde und eben nicht nur zur Aufzucht der nächsten Hanfgeneration, sondern auch als Nahrungsmittel.
Der Blick auf die Nährwerttabelle zeigt: die Samen sind für den Menschen eine wunderbare Proteinquelle. Der Proteingehalt von Hanfsamen liegt bei über 20 Prozent, der größte Anteil davon besteht aus dem Eiweiß Edestin. Dieses sorgt für eine leichte Verdaulichkeit und macht die Samen zu einem willkommenen Eiweißlieferanten. Jedoch sollte auch der relative hohe Fettgehalt (über 30 Prozent) im Auge behalten werden, 100 Gramm können durchaus bis zu 400 Kilokalorien enthalten. Also, auch wenn’s schmeckt – besser nicht zu viel des Guten. Allergiker brauchen sich keine Gedanken zu machen, die Samen sind sowohl laktose- als auch glutenfrei und eine Allergie gegen Hanfproteine konnte bisher nicht fest gestellt werden.

Hanfnüsse als schmackhafter Frühstücksbegleiter

Die kleinen Hanfnüsse können zum Beispiel in Brot- oder Brötchenteig weiterverarbeitet werden, ähnlich wie Sonnenblumenkerne, wissen aber auch dem morgendlichen Müsli oder Joghurtbecher beigefügt zu überzeugen. Im Geschmack sind sie als Nussfrüchte – klar – nussig, aber es lässt sich auch eine leicht süßliche Note herausschmecken. Wer Knabbersnacks gern hat, der wird sicher auch gern zu gerösteten Hanfsamen greifen. Ob mit Gewürzen verfeinert, einfach nur gesalzen oder auch karamellisiert – geröstet haben die Nüsschen ein ähnliches Suchtpotenzial wie herkömmliche Kartoffelchips. Hier kommt dann noch ein zweites Mal der obligatorische Hinweis auf den hohen Fettgehalt. Also in Maßen genießen, nicht in Massen – das gilt hier genau wie bei anderen Hanfprodukten.
Hanfsamen können übrigens nicht nur dem Menschen als Delikatesse dienen. Häufig sind die Körnchen fertigem Vogelfutter beigemischt, manchmal auch in der Nahrung für Fische zu finden.

Öl und Mehl

Hanföl entsteht, wie andere Speiseöle auch, durch das Pressen der Samen. Die gesunden Inhaltsstoffe der Hanfnüsse bleiben logischerweise erhalten und so erhält der ernährungsbewusste Mensch mit Hanföl die Möglichkeit, seinem Küchenbestand ein vielseitig einsetzbares Speiseöl hinzuzufügen. Der nussige Geschmack eignet sich hervorragend für Akzente in einem Salatdressing. Beim Verwenden der Pfanne sollte allerdings Vorsicht gelten, denn ähnlich wie Olivenöl wird Hanföl sehr schnell heiß und es könnte unangenehm spritzig werden. Tut weh, wenn da was ins Auge geht.
Wird die Hanfsaat entölt und ordentlich vermahlen, lässt sich aus den Körnern auch Hanfmehl herstellen. Dieses eignet sich hervorragend als Soßenbinder, aber natürlich auch zum Kochen und Backen. Aufgrund des hohen Proteingehaltes kann es sogar von Sportlern als Nahrungsmittelzusatz verwendet werden.

Erhältlich sind Hanfsamen, Öl und Mehl in gut sortierten Bio-Supermärkten, aber natürlich auch online, u. a. bei Amazon.

Na dann: lass‘ knabbern!

 

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