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Thüringen: Zwei Polizeianwärter wegen Cannabis suspendiert

Zwei Polizeianwärter aus Thüringen dürfen ihre Karriere im Staatsdienst an den Nagel hängen, noch bevor sie wirklich begonnen hat. Der Vorwurf: Konsum von Cannabis.

Auch Ende des Jahres 2017 ist Cannabis als Genussmittel in Deutschland nach wie vor illegal und Polizisten sind dazu angehalten, Konsumenten auch beim Besitz von Kleinstmengen anzuzeigen. Dies ist eine Praxis, die fern jeglicher Lebensrealität zu sein scheint, schließlich ist der Konsum von Cannabisprodukten quer über alle Gesellschaftsschichten und Berufsgruppen verbreitet. Selbstverständlich gibt es auch unter Staatsdienern Menschen, die in ihrer Freizeit die positiven Effekte der Cannabinoide genießen möchten. Die Vorliebe für den Cannabisrausch wurde nun zwei Polizeianwärtern in Thüringen zum Verhängnis.

Wie der MDR Thüringen am heutigen Montag berichtet, wurde bei einem der Anwärter im Spind eine Tüte mit Cannabis gefunden, weswegen vom Freizeitkonsum der beiden Polizei-Azubis ausgegangen werden könne. Postwendend hat das Land reagiert und eine Suspendierung gegen die beiden jungen Menschen ausgesprochen. Innenminister Georg Meier (SPD) verurteilte den Drogenfund im Polizistenschrank und forderte eine offensive Klärung des Vorfalls. „Wer Polizist werden möchte, kann keine Drogen konsumieren“, so der Landespolitiker. Eine verquerte Ansicht, schließlich ist es keinem Polizisten verboten, sich in der Freizeit ein Gläschen Bier oder Wein zu genehmigen. Auch wurden schon oft Polizeibeamte gesichtet, wie sie im Streifendienst genüsslich eine Zigarette rauchten. Fakt ist, Nikotin und Alkohol sind ebenfalls Drogen, die bei Missbrauch eine enorme Schädigung der Gesundheit bedeuten können. Gerade Politiker in führenden Positionen sollten aufhören, ideologiegeleitete Bilder von Drogen zu reproduzieren, die mit der Realität nichts zu tun haben.

Es steht außer Frage, dass ein Polizeibeamter seinen Dienst nicht bekifft antreten sollte. Was er in seiner Freizeit macht, sollte wie bei jedem anderen erwachsenen Menschen allerdings Privatsache sein. Auch hier lässt sich nur die Forderung nach einer vernünftigen Cannabis-Politik erneuern. Nur eine Legalisierung kann dafür sorgen, dass die Kriminalisierung einfacher Konsumenten endlich beendet wird – natürlich auch dann, wenn sie jene trifft, die rein rechtlich zu ihrer Durchsetzung verpflichtet sind.

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Ostthüringer Zeitung: „Zwei Thüringer Polizeianwärter suspendiert“

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