Cannabis News

Cannabis im aktuellen REITOX-Bericht 2017

Seit dem heutigen Tag ist der alljährliche "Bericht zur Drogensituation in Deutschland", auch bekannt als "REITOX-Bericht", online verfügbar. Wir fassen zusammen, welche neuen Erkenntnisse die zuständige "Deutsche Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht" (DBDD) bezüglich Cannabis machen konnte.

Jedes Jahr erscheint der sogenannte „REITOX-Bericht“, der auf die spezifische Situation des Drogenkonsums und der Suchtproblematik in Deutschland eingehen soll. Am heutigen Donnerstag erschien die neuste Abhandlung, die von der DBDD online veröffentlicht wurde. Neben der Sachlage bzgl. der legalen Drogen Alkohol und Tabak werden selbstverständlich auch illegale Substanzen betrachtet, zu denen auch leider immer noch Cannabis zählt. Wir haben uns angeschaut, was der diesjährige Bericht zu diesem Thema beinhaltet.

    • Die am meisten konsumierte illegale Droge ist und bleibt Cannabis.
    • Unter den 18- bis 64-Jährigen kommt es bei 6,1% der Menschen zum Konsum innerhalb eines Jahres, bei den 12- bis 17-Jährigen sind es sogar 7,3%.
      Betrachtet man die letzten 25 Jahre, so lässt sich ein wellenförmiger Verlauf des Cannabis-Gebrauchs unter Jugendlichen und Erwachsenen beobachten, der Trend ist allerdings insgesamt steigend.
    • Cannabis ist nach den legalen Drogen Alkohol und Tabak am häufigsten Gegenstand der Maßnahmen der Suchtprävention.
    • Der durchschnittliche Wirkstoffgehalt von Marihuana hat im Jahr 2016 mit 12,8% einen neuen Höchststand erreicht.
      Bereits seit 2015 liegt der durchschnittliche Wirkstoffgehalt von Haschisch über dem von Marihuana und verzeichnet auch 2016 einen weiteren Anstieg auf 14%.
      62% der Handelsdelikte im Drogenbereich sind auf Cannabis zurückzuführen, bei den konsumnahen Delikten sind es mit knapp zwei Dritteln sogar noch etwas mehr.

Zum neu erschienenen REITOX-Bericht wurde auch auf der Internetpräsenz der Drogenbeauftragten Marlene Mortler eine Pressemitteilung veröffentlicht. „Der heute vorgelegte Bericht zeigt, dass wir mit unseren Maßnahmen gegen den Konsum von illegalen Drogen zwar vieles, aber längst noch nicht alles erreicht haben.“, so die CSU-Politikerin, „Was wir in den kommenden Jahren aber ganz dringend brauchen, ist eine wirklich flächendeckende Präventionsarbeit in Sachen Cannabis. Keine andere illegale Droge ist so weit verbreitet und keine andere führt so viele Menschen in ambulante und stationäre Therapieangebote. “

Es lässt sich abschließend feststellen, dass auch bei Betrachtung der neusten Zahlen im Bericht über die Drogensituation in Deutschland eigentlich nur eine logische Schlussfolgerung gezogen werden kann: die Legalisierung von Cannabis. Knapp zwei Drittel aller BTM-Delikte sind auf Cannabis zurückzuführen, ein großer Teil davon sind auch noch konsumnahe Kleinedelikte, die in der Regel eingestellt werden. Die Freigabe der Substanz würde bedeuten, dass das Geld, welches dank der wegfallenden Kriminalisierung gespart würde, direkt in vernünftige Aufklärungs- und Präventionsarbeit fließen könnte. Es ist auch anzunehmen, dass nach der Legalisierung die beunruhigend hohe Zahl an jugendlichen Konsumenten zurückgehen würde, da eine regulierte Abgabe den Erwerb der Substanz durch Minderjährige verhindern würde. Der Dealer auf dem Schwarzmarkt fragt seine Kunden in den seltensten Fällen nach einem Ausweis, sodass junge Menschen unter prohibitiven Bedingungen viel einfacher an Cannabisprodukte kommen können als es bei einer kontrollierten Abgabe der Fall wäre.
Außerdem wäre es die Pflicht der zuständigen Politiker, die Lebensrealität vieler Bürger ernstzunehmen und die Gesetze diesbezüglich anzupassen. Dass Cannabis die am weitesten verbreitete illegale Droge ist, kommt ja nicht von ungefähr. Es zeigt, dass eine relevante Zahl an Bürgern den Cannabisrausch schätzt und diesen eventuell sogar dem Alkohol vorzieht. Es kann nicht sein, dass erwachsene Menschen für etwas kriminalisiert werden, dass sie in ihrer Freizeit tun, ohne auch nur ansatzweise jemanden zu gefährden oder gar zu schaden.

Links
Deutsche Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht (DBDD)
Pressemitteilung der Drogenbeauftragten

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